15 Jahre „Tafel“ in Freiburg

Die Freiburger Tafel hatte Grund zum Feiern: 15 Jahre gibt es unterdessen den Freiburger Tafelladen. Initiatoren, Wegbereiter, Unterstützer, Mitarbeiter und Freunde der Tafel-Idee waren zum Feiern da. Auch zum Zurückblicken und zum „Dankeschön“ sagen. Die Badische Zeitung hat darüber berichtet > Hier anklicken.

Tag der offenen Tuer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

15 Jahre: Und alle sind gekommen. Schön war´s. Danke an alle Helferinnen ….

Erinnerungen an die Tafelgründungszeiten – Zitate aus dem Zeitzeugnis

von Dr. Klaus Poser, Gründungsvorsitzender

 An unsere “ Gründungsmütter “ – Frauen ( Ingeborg Remmer, Marianne Holm, Ingeborg Faessler, Joanne Dennig und Helen Rose Wilson ), die 1998 in christlicher Verantwortung und im Vollzug des Konziliaren Prozesses für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung – einer Arbeitsgruppe der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen und Gemeinden in Freiburg ( ACK ) – den Anstoß gaben.  Sie machten sich kundig, z.B. bei den Stuttgarter Tafeln. Ingeborg Faessler, Geschäftsführerin der ACK Freiburg, lud dann viele Personen und Einrichtungen ein – und alle kamen.

An die Ansteckungswelle, die von Begeisterten und Begeisternden in allen Stadtteilen, wie Rosemarie Ebbmeyer und Angelika Richtsteiger im Freiburger Osten, Unterstützung und Rückhalt für die Tafelidee mobilisierten.

Und an den intensiven und verantwortungsvollen Vorbereitungsprozess im Gerhard-Ritter-Haus in Herdern, in dem mit professioneller Unterstützung von kirchlichen und Verbandsvertretern und kundigen Engagierten unser Verein mit Satzung, Organisation und Tätigkeitsfeld Gestalt annahm.

Am 01. März 1999 war es dann soweit : 11 Mitglieder unterschrieben den Gründungsvertrag des Freiburger Tafel e.V. Am 21. Juli 1999 wurde unser Tafelladen nach einem eindrucksvollen ökumenischen Gottesdienst in der Adelhauser Kirche am Vortag und sorgfältigen Vorbereitungen am Adelhauser Plätz in Räumen eröffnet, die die Evangelische Stadtmission dankenswerter Weise kostenlos bereit stellte.

Der Anfang war nicht einfach und stellte die Vereinsarbeit vor immer neue und im Vollzug wechselnde Herausforderungen. Jedoch der Grundkonsens, den wir nicht zuletzt durch die Vorstellungen unserer “ Gründungsmütter “ gefunden hatten, ließ uns immer gute und einvernehmliche Antworten finden.

Es war ganz klar : Wir waren ein unabhängiger Verein – überkonfessionell, überparteilich, verbandsunabhängig – wir wollten unsere eigenen Konzepte und Lösungen entwickeln. Dazu gehörte:                                                                                                                                                                   

  • Die Menschen, die zu uns kommen, sind Kunden, die für die Ware zahlen, und keine Almosen-empfänger – eine in Deutschland durchaus kontroverse Entscheidung.
  • Die Hauptarbeit wird von Ehrenamtlichen geleistet. Sie sollen sich ein Gefühl der Freiheit bewahren, dass ihr Beitrag zwar wichtig ist, im Verhinderungsfall aber auch immer jemand für sie einspringt.
  • Die Ehrenamtlichen sind die Hauptstütze, aber Ladenleitung und Fahrdienstkoordination sind Funktionen, deren fachliche Ansprüche und Kontinuität hauptamtlicher Kompetenz und Besetzung bedarf, sozusagen Scharniere der ehrenamtlichen Arbeit. Wir konnten die Stellen mit Manfred Mosers, unseres 2. Vorsitzenden, Rat zunächst aus ABM-Mitteln, später voll finanzieren.

Das galt auch für den größeren Rahmen. Für uns war auch klar:                                                                   

  • Wir wollen keine soziale Einrichtung schaffen und dann der Stadt Freiburg zur Last fallen. Wir waren dankbar für die städtischen Spenden zur Eröffnung der Läden am Adelhauser Platz und später in der Schwarzwaldstraße, aber Unabhängigkeit und Selbständigkeit blieben uns wichtig.
  • Wir wollten auch keine Sozialarbeit ersetzten oder mit ihr konkurrieren. Komplementarität war unser Ziel, der Tafelladen ergänzte das Angebot in unserer Stadt.
  • Dabei war uns Zusammenarbeit ganz wichtig. Sie entwickelte sich intensivmit der Heilsarmee, der Pflasterstub‘ der Caritas, dem Ferdinand-Weis-Haus der Diakonie, dem Essenstreff und vielen anderen.

Es ließe sich noch viel Spannendes zu diesem “ Anlauf “ und Anfang der Freiburger Tafel sagen, nicht zuletzt zur Offenheit und Freigiebigkeit vieler Förderer und Spender. Ich war sehr glücklich, als ich nach fünf Jahren Fritz Kaiser als neuem Vorsitzenden eine “ gedeckte “ Tafel übergeben konnte. Mit seinen Kenntnissen und Verbindungen hat er der Freiburger Tafel neue, ergänzende Impulse und Stärke vermittelt. Die Tafel lebt ! Wir dürfen tief dankbar sein für das Engagement und die Hingabe vieler Menschen, die die Entwicklung und segensreiche Arbeit dieses Werkes bis heute möglich gemacht haben.

Der Tafel-Garten

Salate und Gemüse aus dem Mundenhof-Tafelgarten ...
Salate und Gemüse aus dem Mundenhof-Tafelgarten …

Das Projekt: Langzeitarbeitslose pflanzen im Mundenhof Obst und Gemüse an, die Freiburger Tafel gibt die Lebensmittel an Bedürftige weiter …

„Wenn ich wüsste, dass morgen der Jüngste Tag wäre, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“ Martin Luther soll diesen Satz gesagt haben (was nicht belegt ist), Hoimar von Ditfurth hat ihn geschrieben und Reinhard Mey ihn besungen. Nun folgt dem Wort die Tat, auch wenn der Jüngste Tag nach heutigem Wissensstand noch nicht fest terminiert ist.

Im März wurde der „Tafelgarten“ in der Stadtgärtnerei am Mundenhof eingeweiht. Dafür haben die ersten Paten – Erster Bürgermeister Otto Neideck, Sozialbürgermeister Ulrich von Kirchbach, Matthias Hecht und Jörg Frenzel – die ersten Apfelbäumchen gepflanzt. Mit von der Partie waren Annette Theobald, Vorsitzende des Vereins Freiburger Tafel, Christiane Blümle und Michael Broglin, die Geschäftsführenden der gemeinnützigen Freiburger Qualifizierungs- und Beschäftigungsgesellschaft (FQB), Mitarbeitende der Stadtgärtnerei, die den Tafelgarten betreuen, und Boris Gourdial, Stellvertretender Leiter des Amtes für Soziales und Senioren. Kinder der Natur-Kita am Mundenhof sangen dazu ein Lied zur Apfelernte.

Im Projekt „Tafelgarten“ bauen langzeitarbeitslose Menschen im Rahmen von Arbeitsgelegenheiten Lebensmittel an, die die FQB dem Verein Freiburger Tafel für bedürftige Menschen weitergibt, die im Tafelladen einkaufen. Unterstützt wird das Projekt durch eine Baumpatenaktion, die heute mit den erwähnten Pflanzungen begonnen hat. Die ersten Paten sind demnach gefunden, für etwa 40 weitere Apfel- und Birnbäume werden ab sofort noch Patinnen und Paten gesucht. Sofern sie einverstanden sind, werden ihre Namen auf einem Schild signiert. Der oder die Baumpaten unterstützen den „Tafelgarten“, indem sie Anschaffung, Unterhalt und Pflege des Baumes im ersten Jahr finanzieren. Außer einer Spende für die Bäume gibt es auch die Möglichkeit, ehrenamtlich im Tafelgarten mitzuarbeiten.

Die 1. Herbsternte:

Die 1. Herbsternte

 

Die 1. Herbsternte

Für den Tafelgarten auf dem Gelände der Stadtgärtnerei haben die FQB, die Stadt Freiburg (Amt für Soziales und Senioren/Jobcenter) und der Verein Freiburger Tafel eine Kooperation vereinbart. Das Jobcenter unterstützt den Tafelgarten ebenfalls, indem es 15 Arbeitsgelegenheiten für den Tafelgarten bewilligt hat. Die FQB stellt dessen Ernte der Freiburger Tafel zur Weitergabe an Bedürftige zur Verfügung. Die Tafel wiederum holt die Ware ab. Alle Partner sind offen für den Ausbau des Projektes (z.B. Nudelwerkstatt), um der Freiburger Tafel weitere Lebensmittel zur Verfügung stellen zu können. Zugleich ist allen bewusst, dass das Projekt keine Erlöse zur Deckung des Finanzbedarfs erwirtschaften kann. In der Vorgeschichte des Tafelgartens kommen zunächst aber mehr Kräuter als Äpfel vor.

Der Verein Freiburger Tafel spürt die Verteuerung des Lebensmittel und hat damit auch zunehmend Probleme, genug Lebensmittel für stetig steigende Zahl Bedürftiger zu bekommen. So entstand die Idee, dass die FQB ihr Beschäftigungsprojekt „Kräuter- und Gemüsegarten“ neu ausrichtet und die dort erwirtschafteten Lebensmittel dem Tafelladen zur Verfügung stellt. Insgesamt sollen es 50 Obstbäume werden, davon 5 bis 6 große Obstbäume, ergänzt durch kleinere Spindelbäume, die aufgrund ihres guten Ertrages den Ernteerfolg des Projektes absichern. Paten und Spender können sich entscheiden, ob sie einen großen Baum für 500 Euro oder einen kleineren Spindelbaum für 250 Euro spenden wollen. Zu den ersten Paten zählte auch Oberbürgermeister Dieter Salomon. Wer Baumpatin oder Baumpate werden will oder sich für eine ehrenamtliche Mitarbeit im Tafelgarten interessiert, wende sich an Christiane Blümle bei der FQB (Tel. 0761/8818672, bluemle@fqb-freiburg.de).

Alle haben kräftig mit angepackt: Der Freiburger Tafel-GARTEN ...

Alle haben kräftig mit angepackt: Spatenstich für den Freiburger Tafel-GARTEN im Mundenhof …

 

 

 

 

PM vom 19.3.2013 Stadt Freiburg

Mitgliederversammlung des Freiburger Tafel e.V. 2015

11.6.2015: Auf der jährlichen Mitgliederversammlung der Freiburger Tafel legte der Vorstand Rechenschaft über das letzte Jahr ab. Fazit: Dank dem Einsatz der haupt- und vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter konnten auch im abgelaufenen Jahr viele Lebensmittel eingesammelt und verteilt werden. Dabei scheint das obere Ende der Fahnenstange erreicht: Mit fast 2.000 zu versorgenden Haushalten ist die Freiburger Tafel an der Kapazitätsgrenze – auch die Lebensmittel-Spenden stagnieren auf hohem Niveau. Vor der Tafel liegen neue Herausforderungen: Flüchtlinge und Altersarmut. Zusätzlich Lebensmittel erhoffen sich die Verantwortlichen aus dem Tafel-Garten am Mundenhof und aus einem neu konzipierten Spenden-Modell. Wer die Tafel unterstützen will spendet monatlich einen festen Betrag (10, 50 oder 100 €), mit dem Lebensmittel direkt von regionalen Erzeugern eingekauft werden. Der Vorstand wurde für 2 weitere Jahre im Amt bestätigt.

EDEKA-Kunden spenden für die Freiburger-Tafel

Für 5 € gibt es in allen EDEKA-Märkten Lebensmittel-Tüten mit Grundnahrungsmittel für den Freiburger Tafelladen. Die ersten Spendentüten wurden jetzt überreicht. Mit dabei: Die Barwig-EDEKA-Frische-Center aus Freiburg (Habsburger Straße und Zähringer Straße) und dem Umland (Hochdorf, Buchheim, Kirchzarten, Gundelfingen) und die Freiburger EDEKA-Aktiv-Märkte .

Am Freitag war es dann soweit: Symbolisch und stellvertretend für  6 Barwig-EDEKA-Frische-Center überreichten Filialbetreuer Winfried Fehrenbacher und Sven Barwig von der Geschäftsleitung vor dem Buchheimer Frische-Center Karl-Heinz Edelmann vom Freiburger TAFEL-LADEN die ersten der insgesamt 500 Spendentüten. Insgesamt 360 Spendentüten stifteten die EDEKA-Kunden. Zusätzliche 140 spendete die Barwig-Geschäftsleitung, so dass das gute Spendenergebnis aus dem Vorjahr sogar leicht übertroffen wurde. Die Freiburger Tafel bedankt sich bei den Barwig-EDEKA-Märkten und den Bürgern aus Freiburg und dem Umland für die große Spendenbereitschaft.

Das Barwig-Team: 500 Spendentüten für die Freiburger TAFGEL ... vielen Dank
Das Barwig-Team: 500 Spendentüten für die Freiburger TAFEL … vielen Dank

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fast einen ganzen Transporter voll Spenden gab es von den EDEKA-Filialen in der Krozinger Straße in Weingarten, in der Lorettostraße und in der Günterstalstraße in der Wiehre, in der Engelberger Straße und in der Kreuzstraße im Stühlinger – insgesamt fast 200 Spendentüten. Die Freiburger Tafel bedankt sich bei EDEKA und den Freiburger Bürgern für die Spendenbereitschaft. Für uns bedeutet das: Wir können unsere Spendenempfänger für einige Wochen gut mit Grundnahrungsmitteln versorgen.
EDEKA-Krozinger-2014-01

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die EDEKA-Marktleiter bei der Spendenübergabe an Herrn Thomas Weis von der Freiburger Tafel