Der Tafel-Garten

Salate und Gemüse aus dem Mundenhof-Tafelgarten ...
Salate und Gemüse aus dem Mundenhof-Tafelgarten …

Das Projekt: Langzeitarbeitslose pflanzen im Mundenhof Obst und Gemüse an, die Freiburger Tafel gibt die Lebensmittel an Bedürftige weiter …

„Wenn ich wüsste, dass morgen der Jüngste Tag wäre, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“ Martin Luther soll diesen Satz gesagt haben (was nicht belegt ist), Hoimar von Ditfurth hat ihn geschrieben und Reinhard Mey ihn besungen. Nun folgt dem Wort die Tat, auch wenn der Jüngste Tag nach heutigem Wissensstand noch nicht fest terminiert ist.

Im März wurde der „Tafelgarten“ in der Stadtgärtnerei am Mundenhof eingeweiht. Dafür haben die ersten Paten – Erster Bürgermeister Otto Neideck, Sozialbürgermeister Ulrich von Kirchbach, Matthias Hecht und Jörg Frenzel – die ersten Apfelbäumchen gepflanzt. Mit von der Partie waren Annette Theobald, Vorsitzende des Vereins Freiburger Tafel, Christiane Blümle und Michael Broglin, die Geschäftsführenden der gemeinnützigen Freiburger Qualifizierungs- und Beschäftigungsgesellschaft (FQB), Mitarbeitende der Stadtgärtnerei, die den Tafelgarten betreuen, und Boris Gourdial, Stellvertretender Leiter des Amtes für Soziales und Senioren. Kinder der Natur-Kita am Mundenhof sangen dazu ein Lied zur Apfelernte.

Im Projekt „Tafelgarten“ bauen langzeitarbeitslose Menschen im Rahmen von Arbeitsgelegenheiten Lebensmittel an, die die FQB dem Verein Freiburger Tafel für bedürftige Menschen weitergibt, die im Tafelladen einkaufen. Unterstützt wird das Projekt durch eine Baumpatenaktion, die heute mit den erwähnten Pflanzungen begonnen hat. Die ersten Paten sind demnach gefunden, für etwa 40 weitere Apfel- und Birnbäume werden ab sofort noch Patinnen und Paten gesucht. Sofern sie einverstanden sind, werden ihre Namen auf einem Schild signiert. Der oder die Baumpaten unterstützen den „Tafelgarten“, indem sie Anschaffung, Unterhalt und Pflege des Baumes im ersten Jahr finanzieren. Außer einer Spende für die Bäume gibt es auch die Möglichkeit, ehrenamtlich im Tafelgarten mitzuarbeiten.

Die 1. Herbsternte:

Die 1. Herbsternte

 

Die 1. Herbsternte

Für den Tafelgarten auf dem Gelände der Stadtgärtnerei haben die FQB, die Stadt Freiburg (Amt für Soziales und Senioren/Jobcenter) und der Verein Freiburger Tafel eine Kooperation vereinbart. Das Jobcenter unterstützt den Tafelgarten ebenfalls, indem es 15 Arbeitsgelegenheiten für den Tafelgarten bewilligt hat. Die FQB stellt dessen Ernte der Freiburger Tafel zur Weitergabe an Bedürftige zur Verfügung. Die Tafel wiederum holt die Ware ab. Alle Partner sind offen für den Ausbau des Projektes (z.B. Nudelwerkstatt), um der Freiburger Tafel weitere Lebensmittel zur Verfügung stellen zu können. Zugleich ist allen bewusst, dass das Projekt keine Erlöse zur Deckung des Finanzbedarfs erwirtschaften kann. In der Vorgeschichte des Tafelgartens kommen zunächst aber mehr Kräuter als Äpfel vor.

Der Verein Freiburger Tafel spürt die Verteuerung des Lebensmittel und hat damit auch zunehmend Probleme, genug Lebensmittel für stetig steigende Zahl Bedürftiger zu bekommen. So entstand die Idee, dass die FQB ihr Beschäftigungsprojekt „Kräuter- und Gemüsegarten“ neu ausrichtet und die dort erwirtschafteten Lebensmittel dem Tafelladen zur Verfügung stellt. Insgesamt sollen es 50 Obstbäume werden, davon 5 bis 6 große Obstbäume, ergänzt durch kleinere Spindelbäume, die aufgrund ihres guten Ertrages den Ernteerfolg des Projektes absichern. Paten und Spender können sich entscheiden, ob sie einen großen Baum für 500 Euro oder einen kleineren Spindelbaum für 250 Euro spenden wollen. Zu den ersten Paten zählte auch Oberbürgermeister Dieter Salomon. Wer Baumpatin oder Baumpate werden will oder sich für eine ehrenamtliche Mitarbeit im Tafelgarten interessiert, wende sich an Christiane Blümle bei der FQB (Tel. 0761/8818672, bluemle@fqb-freiburg.de).

Alle haben kräftig mit angepackt: Der Freiburger Tafel-GARTEN ...

Alle haben kräftig mit angepackt: Spatenstich für den Freiburger Tafel-GARTEN im Mundenhof …

 

 

 

 

PM vom 19.3.2013 Stadt Freiburg

Mitgliederversammlung des Freiburger Tafel e.V. 2015

11.6.2015: Auf der jährlichen Mitgliederversammlung der Freiburger Tafel legte der Vorstand Rechenschaft über das letzte Jahr ab. Fazit: Dank dem Einsatz der haupt- und vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter konnten auch im abgelaufenen Jahr viele Lebensmittel eingesammelt und verteilt werden. Dabei scheint das obere Ende der Fahnenstange erreicht: Mit fast 2.000 zu versorgenden Haushalten ist die Freiburger Tafel an der Kapazitätsgrenze – auch die Lebensmittel-Spenden stagnieren auf hohem Niveau. Vor der Tafel liegen neue Herausforderungen: Flüchtlinge und Altersarmut. Zusätzlich Lebensmittel erhoffen sich die Verantwortlichen aus dem Tafel-Garten am Mundenhof und aus einem neu konzipierten Spenden-Modell. Wer die Tafel unterstützen will spendet monatlich einen festen Betrag (10, 50 oder 100 €), mit dem Lebensmittel direkt von regionalen Erzeugern eingekauft werden. Der Vorstand wurde für 2 weitere Jahre im Amt bestätigt.

EDEKA-Kunden spenden für die Freiburger-Tafel

Für 5 € gibt es in allen EDEKA-Märkten Lebensmittel-Tüten mit Grundnahrungsmittel für den Freiburger Tafelladen. Die ersten Spendentüten wurden jetzt überreicht. Mit dabei: Die Barwig-EDEKA-Frische-Center aus Freiburg (Habsburger Straße und Zähringer Straße) und dem Umland (Hochdorf, Buchheim, Kirchzarten, Gundelfingen) und die Freiburger EDEKA-Aktiv-Märkte .

Am Freitag war es dann soweit: Symbolisch und stellvertretend für  6 Barwig-EDEKA-Frische-Center überreichten Filialbetreuer Winfried Fehrenbacher und Sven Barwig von der Geschäftsleitung vor dem Buchheimer Frische-Center Karl-Heinz Edelmann vom Freiburger TAFEL-LADEN die ersten der insgesamt 500 Spendentüten. Insgesamt 360 Spendentüten stifteten die EDEKA-Kunden. Zusätzliche 140 spendete die Barwig-Geschäftsleitung, so dass das gute Spendenergebnis aus dem Vorjahr sogar leicht übertroffen wurde. Die Freiburger Tafel bedankt sich bei den Barwig-EDEKA-Märkten und den Bürgern aus Freiburg und dem Umland für die große Spendenbereitschaft.

Das Barwig-Team: 500 Spendentüten für die Freiburger TAFGEL ... vielen Dank
Das Barwig-Team: 500 Spendentüten für die Freiburger TAFEL … vielen Dank

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fast einen ganzen Transporter voll Spenden gab es von den EDEKA-Filialen in der Krozinger Straße in Weingarten, in der Lorettostraße und in der Günterstalstraße in der Wiehre, in der Engelberger Straße und in der Kreuzstraße im Stühlinger – insgesamt fast 200 Spendentüten. Die Freiburger Tafel bedankt sich bei EDEKA und den Freiburger Bürgern für die Spendenbereitschaft. Für uns bedeutet das: Wir können unsere Spendenempfänger für einige Wochen gut mit Grundnahrungsmitteln versorgen.
EDEKA-Krozinger-2014-01

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die EDEKA-Marktleiter bei der Spendenübergabe an Herrn Thomas Weis von der Freiburger Tafel

7 Antworten zur „Tafel“: … aus dem Gemeindebrief der Pfarrgemeinde Ost, Freiburg …

Wer tagsüber aus der Stadt in Richtung ZO fährt, wird schnell aufmerksam auf viele Menschen unterschiedlichen Alters, die nicht weit entfernt von dem Einkaufszentrum in einer Warteschlange stehen. Sie alle kommen zur Freiburger Tafel, einem Laden, in dem nicht jede/r einkaufen darf.

Ute Jäger-Fleming, Pfarrerin an der Christuskirche, war neugierig geworden, was sich hinter der Tafeltür verbirgt. Auf ihrer Suche begegnete sie Annette Theobald, Mitbegründerin und ehrenamtlich (fast) rund um die Uhr für die Tafel aktiv, und  Catrin Mecklenburg, von Berufswegen für die Leitung des Ladens verantwortlich. Beide nahmen sich gerne Zeit für ein paar Antworten.

Was verbirgt sich hinter der Tür zur Freiburger Tafel? Was für Waren und Angebote warten dort auf die Kunden?

Der Tafelladen besteht aus mehreren Räumen. Vorne ist der Selbstbedienungsladen, in dem man überwiegend Lebensmittel zu besonders günstigen Preisen einkaufen kann. Gleich nebenan sortieren ehrenamtliche Mitarbeiter ein großes Angebot von Waren, die von Bäckereien, Supermärkten und Bauern gespendet werden. Bei der Tafel kann der Kunde frei auswählen, was er kaufen möchte, ob Melone oder Ananas, Molkereiprodukte, Salami oder Zahnpaste. Auch am Hintereingang herrscht viel Betrieb. Dort sind je drei MitarbeiterInnen pro Kühlfahrzeug schon früh morgens damit beschäftigt, neue Ware zu liefern.

Wer darf in der Tafel einkaufen?

Die Tafel steht Menschen in wirtschaftlich schwierigen Lagen offen. Berechtigt sind alle Empfänger von Sozialleistungen darunter Rentner, Geringverdiener, Asylbewerber, Menschen, die verschuldet sind und dabei ein geringes Einkommen haben. Durchschnittlich kaufen am Tag 250 Kunden hier ein. Wer in den Besitz einer Kundenkarte kommen möchte, bringt folgende Unterlagen mit: Personalausweis, Aktuelle Einkommensnachweise (z.B. den Rentenbescheid) und eine Mietbescheinigung. Dazu erhält man einen farbigen Punkt, der dazu berechtigt 3x pro Woche oder jeden Tag einzukaufen, je nachdem ob man alleinstehend ist, ob man Familie hat und wie viele Kinder.

Wie kam es zur Gründung der Freiburger Tafel?

Die Idee brachte die Medizinerin Ingeborg Remmer aus einer anderen Großstadt mit. Sie gilt als eine der Mütter der Freiburger Tafel, die sich dafür einsetzten, dass gespendete, einwandfreie Lebensmittel, die sonst vernichtet würden, an Menschen verkauft werden, die finanziell sehr eingeschränkt leben müssen. Der Anstoß traf auf Resonanz bei der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) und so begann die Freiburger Tafel als eine ökumenische Initiative. Inzwischen gehören zu den 240 ehrenamtlichen Mitarbeitern neben fünf Angestellten zu gleichen Teilen auch Männer.

Was motiviert Sie, Frau Theobald, als ehrenamtliches Mitglied des Vorstands in Ihrem Engagement?

In unserer Tafelgemeinschaft lebt es sich so wie ich es mir für eine Gemeinschaft vorstelle. Wir Mitarbeiter arbeiten alle auf dem gleichen Niveau. Zur Arbeit in der Tafel gehört der gegenseitige Respekt der Mitarbeiter, der Respekt den Kunden gegenüber, die Wertschätzung der Lebensmittel und der Lieferanten.

Mit welchen Problemen haben Sie zu kämpfen?

Zum einen hat die Tafel vorgelebt, dass man nicht alles wegwerfen muss. Das haben sich viele Läden zu Herzen genommen und somit hat sich das Angebot an Spenden reduziert. Wir sind also immer auf der Suche nach neuen Spendenprojekten.

Zum anderen beschäftigt uns immer die Frage der gerechten Verteilung. Wie können wir die Waren, die durch unseren Laden laufen, gerecht unter die Menschen bringen, die sie am nötigsten haben. Das Thema ist ein Dauerbrenner.

Übrigens muss man sich nicht wirklich anstellen. Zur Öffnungszeit verteilen unsere Mitarbeiter nach einem Losverfahren Nummern unter den Kunden, die vor der Tür warten. Es geht also nicht nach dem Motto „Wer zuerst kommt, hat die beste Auswahl“.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Tafel?

Tolle Leute, die mitmachen. Neue Ideen für Spendenprojekte wie zum Beispiel unser Kartoffelprojekt. Vor ca 8 Jahren fand sich eine Gruppe von Ärzten zusammen, die Bauern aus der Umgebung bezahlen, damit die Tafel regelmäßig mit Kartoffeln versorgt wird. Wir sind zu 100% auf Spenden angewiesen und erhalten keine Unterstützung von staatlicher Seite. Das gewährt unsere Unabhängigkeit, bedeutet aber auch, dass wir kontinuierlich nach neuen Spendern und Spenden suchen.

Wo sehen Sie Handlungsbedarf in Kirche und Politik mit Blick auf Menschen, die in unserer Gesellschaft in Armut leben? Es wird ja auch immer wieder Kritik an den Tafeln laut?

Der politische Handlungsbedarf müsste ein ganzes Paket umfassen, damit sich etwas an den Armutszuständen in unserer Gesellschaft ändert. Wir sind uns der Kritik bewusst, dass die Tafeln zu sozialen Hängematten werden können. Aber wenn wir nicht helfen, wird die Lage für die Menschen nicht besser. Besonders betroffen macht die steigende Zahl der Kinder, die in Deutschland von Armut betroffen sind. (N.B. das Deutsche Kinderhilfswerk spricht von ca 2.8 Mio Kindern und Jungendlichen unter 18 Jahren).

Aber auch die steigende Altersarmut nehmen wir wahr. Dabei ist es nicht so leicht für uns, Rentner zu erreichen, die zum Einkauf bei der Tafel berechtigt sind. Wir würden uns freuen, wenn die Kirchen unser Angebot in dieser Altersgruppe weiter bekannt machen könnten. Wir bieten dazu gerne Führungen an für Seniorengruppen.

Wer mehr über die Tafel als Kunde oder Mitarbeiter erfahren möchte, kann sich im Internet erkundigen unter www.freiburger-tafel.de oder bei der Tafel selbst zu den Öffnungszeiten:

Montag bis Freitag: 10-12 Uhr und 15-17 Uhr.